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    Bundesautobahn 72

    aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

    (Weitergeleitet von A 72)
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    Bundesautobahn 72
    Basisdaten
    Gesamtlänge: 123 (geplant: 170) km
    Bundesländer: Bayern
    Sachsen
    Karte
    Verlauf der A 72
    Verkehrszeichen als Europastraße
    Verkehrszeichen als Europastraße

    Die Bundesautobahn 72 (Abkürzung: BAB 72) – Kurzform: Autobahn 72 (Abkürzung: A 72) – führt vom Dreieck Bayerisches Vogtland (A 9) nach Chemnitz zur A 4. In dieser Form ist sie identisch mit der Europastraße 441. Geplant ist eine Verlängerung nach Leipzig. Das in Bayern gelegene Teilstück wurde vor der Öffnung der innerdeutschen Grenze als Bundesautobahn 722 (BAB 722) oder Autobahn 722 (A 722) bezeichnet.

    Bemerkenswert im Verlauf der A 72 ist die gut 600 Meter lange und 60 Meter hohe Elstertalbrücke über die Weiße Elster bei Pirk. Die Bauarbeiten an dieser Steinbogenbrücke begannen 1937, wurden jedoch erst 1993 abgeschlossen.

    Inhaltsverzeichnis

    [Bearbeiten] Geschichte

    Diese Autobahn wurde von 1935 bis 1940 zweispurig errichtet, blieb durch den Zweiten Weltkrieg unvollendet und ist erst seit 1993 durchgehend befahrbar. Vom heutigen Autobahndreieck Bayerisches Vogtland bis zur Anschlussstelle Plauen-Ost wurde nur die Fahrbahn in Richtung Chemnitz, zwischen Plauen-Ost und Chemnitz nur die Fahrtrichtung Hof gebaut. Man wollte dadurch schneller eine Freigabe für den Verkehr erreichen, denn die Rohstoffbeschaffung wurde langsam schwierig und immer mehr Bauarbeiter wurden zum Kriegsdienst eingezogen. Die Elstertalbrücke Pirk blieb eine Bauruine, die jeweils zweite Fahrspur wurde nicht gebaut. Wegen der 1945 im Zuge der Kriegsereignisse erfolgten Sprengung des Saaletalviaduktes im Zuge der heutigen Autobahn A 9 – Hauptverbindung München–Berlin – bei Rudolphstein wurde diese heutige Autobahn A 72 zwischen 1945 und 1951 als Interzonenübergang genutzt, 1951 aber stillgelegt und der Verkehr bis zum Wiederaufbau des Saaletalviaduktes 1966 über die Bundesstraße 2 – Grenzübergang Töpen-Juchhöh – geleitet. Somit war diese Autobahn von 1951 bis 1989 zwischen Hof/Töpen (3) und Pirk (5) für den Verkehr gesperrt. In der DDR wurde lediglich der Abschnitt von Chemnitz bis Zwickau in den 60er Jahren zweibahnig auf vier Spuren erweitert.

    Die A 72 ist zwischen der Anschlussstelle Chemnitz-Süd und dem Autobahnkreuz Chemnitz in den Jahren 2004 bis 2006 auf sechs Fahrspuren ausgebaut worden.

    Am 29. März 2005 war Baubeginn für den inzwischen fertiggestellten Bauabschnitt der A 72. Im Chemnitzer Stadtteil Röhrsdorf wurde eine Brücke über das Pleißenbachtal mit einer Länge von 299,7 m gebaut. Abgeschlossen wurde auch die Errichtung der Brücke auf dem Abschnitt Hartmannsdorf bis Niederfrohna an der Abfahrt Niederfrohna. Mit dem Bau einer weiteren Brücke (195 m lang und 9,25 m hoch) auf der Flur zwischen Niederfrohna und Mühlau über den Mühlbachgrund wurde am 25. Juli 2005 begonnen. Sie überspannt mit einer Fläche von 6000 m² zwei geschützte Gebiete. Aus ökologischen Gesichtspunkten mussten die Standorte der Brückenpfeiler auf diesem Abschnitt optimiert werden, weswegen beispielsweise die Richtungsfahrbahnen geteilt wurden. Zwischen ihnen entsteht ein etwa 1,30 m breiter Lichtspalt, wodurch die Besonnung der darunter gelegenen Biotopflächen gesichert wird.

    Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig wies am 23. Februar 2005 Klagen gegen den Ausbau des Autobahnkreuzes Chemnitz ab. Sechs betroffene Grundeigentümer und Anwohner hatten gegen den Planfeststellungsbeschluss des Regierungspräsidiums Chemnitz für den ersten Bauabschnitt der A 72 vom Autobahnkreuz Chemnitz bis zur Anschlussstelle Hartmannsdorf geklagt.

    Am 14. November 2006 erfolgte die Einweihung des ersten Abschnittes zwischen Chemnitz und Leipzig mit dem Teilstück vom Kreuz Chemnitz bis Hartmannsdorf, am 21. Dezember 2006 wurde der anschließende Abschnitt von Hartmannsdorf bis Niederfrohna eröffnet. Bereits seit Mai 2006 ist das künftige Autobahnkreuz A 72/A 38 fertiggestellt (heutige AS Leipzig-Süd der A 38). Im September 2006 wurde der Abschnitt Borna-Süd–Borna-Nord fertiggestellt, dieser ist jedoch noch der Bundesstraße 95 zugeordnet.

    Die Staatsanwaltschaft Chemnitz ermittelt seit 2005 wegen mehrerer Fälle von Betrug, Bestechung und Untreue im Rahmen der Vergabe von öffentlichen Aufträgen für den Bau der Autobahn.

    [Bearbeiten] Planungen

    AS Niederfrohna
    AS Niederfrohna
    Bauende an der AS Niederfrohna im November 2007
    Bauende an der AS Niederfrohna im November 2007

    Aufgrund der Überlastung der Bundesstraße 95 zwischen Chemnitz und Leipzig ergab sich die Notwendigkeit der Verlängerung der Bundesautobahn 72. Mit der Verbindung der beiden Großstädte wäre somit eine markante Verknüpfung der drei großen sächsischen Städte Leipzig, Dresden und Chemnitz durch ein Autobahndreieck vervollständigt und die Ballungsräume Chemnitz-Zwickau und Leipzig-Halle mit einer schnellen Verkehrsachse verbunden. Die Gesamtkosten der 62 Kilometer langen Strecke betragen rund 470 Millionen Euro.

    Die Verlängerung der A 72 bis Leipzig ist derzeit im Bau und verläuft über Röhrsdorf, Hartmannsdorf, Niederfrohna (bis hier bereits fertiggestellt), Penig, Geithain und Borna bis südlich von Leipzig zum Anschluss an das Autobahnkreuz Leipzig-Süd mit der A 38 und weiter entlang der jetzigen B 2 zum künftigen Mittleren Ring der Messestadt. Der feierliche Baubeginn war am 21. November 2003.

    Für die weiteren Abschnitte, die nach ursprünglichen Planungen bis Borna zur Fußball-WM 2006 Mitte des Jahres fertiggestellt sein sollten, wurden bisher die Abschnitte Kreuz Chemnitz–Hartmannsdorf und Hartmannsdorf–Niederfrohna für den Verkehr freigegeben. Für die restlichen Abschnitte liegen zur Zeit die folgenden Aussagen vor:

    • Am 19. November 2007 begannen die Bauarbeiten für den Anschluss der AS Chemnitz Rottluff/Rabenstein. Im März 2009 soll die Freigabe erfolgen.
    • Niederfrohna–Rathendorf: Baubeginn 4. Quartal 2007 (Planfeststellungsbeschluss wurde am 17. Mai 2007 unterzeichnet und das Verfahren abgeschlossen. Am 18. Dezember war offizieller Baubeginn)
      • 10. Dezember 2007 bis 30. Oktober 2008: Herstellung der Brücke BW 23 Ü Brücke im Zuge der neuen Erschließungsstraße über die A 72
      • 25. März 2008 bis 19. Dezember 2008: Erdarbeiten für archäologische Voruntersuchungen
      • 25. März 2008 bis 29. August 2008: Entwässerung, Wasser und Wasserversorgung, Elektroenergie
      • April 2008 bis Dezember 2008: Straßenbauarbeiten, Baustraßen zu BW 25 und 26 mit Entwässerung, Beschilderung und Markierung
      • Mai 2008 bis Dezember 2008: Herstellung der Erschließungsstraße Wernsdorf
      • 16. Juni 2008 bis 29. Mai 2009: Herstellung der Brücke 19Ü über die neue A 72 (Penig–Zinnberg)
      • 16. Juni 2008 bis 1. Juli 2011: Herstellung der Brücke BW 20 über die Zwickauer Mulde
      • 23. Juni 2008 bis 22. Mai 2009: Herstellung der Brücken BW 15Ü und 16Ü über die neue A 72 inklusive Baustraßen
      • 7. Juli 2008 bis 1. Juni 2009: Herstellung der Brücke BW 17 Ü über die neue A 72 (Hofstraße)
      • 4. August 2008 bis 26. Juni 2009: Herstellung der Brücken BW 21 und BW 22 (Brücke über Anschlussstelle Penig)
      • 4. August 2008 bis 26. Juni 2009: Herstellung der Brücken BW 24Ü und BW 24Ü2 über die neue A 72 (zwischen Oberelsdorf und Langenleuba Oberhain)
      • 11. August 2008 bis 1. Juli 2011: Herstellung der Brücke BW 18 über das Lochmühlental
      • 15. September 2008 bis 24.August 2009: Herstellung der Brücken BW 26 Ü Brücke im Zuge der Zubringerrampe über die A 72 an der AS bei Rathendorf, BW 26.1 Brücke im Zuge der Zubringerrampe zur AS Rathendorf über eine private Rohstofftransportstraße (Einreichungsfrist endet am 15. Juli 2008)
      • Oktober 2008 - März 2009: Beschilderung, Markierung, Schutz- und Leiteinrichtungen (Einreichungsfrist endet am 7. August 2008)
      • 05. Januar 2009 - 17. Dezember 2010: Herstellung der Brücke BW 25 Brücke im Zuge der A 72 über die K 8260 und das Gewässer Ratte (Einreichungsfrist endet am 16. September 2008)
      • Bau der Strecke beginnt im 3. Quartal 2009
      • Noch keine Terminvergabe bei:
    BW 23 Brücke im Zuge der A 72 über die Bandanlage und die Betriebsstraße der Sandwerke Biesern (Ausschreibung erst im Zuge des Streckenbaus)
    • Rathendorf–Frohburg: Planfeststellungsbeschluss wurde am 20. Februar 2008 unterzeichnet. Nach Ablauf einer öffentlichen Auslegungsfrist (25. März - 7. April 2008) und Vorbereitung der Ausschreibung könnte im Herbst 2008 mit dem Bau begonnen werden. Zur Zeit wird eine Klage eines Landwirtschaftsbetriebes beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig verhandelt.
      • November 2008 - April 2009: Landschaftsbauarfbeiten (Einreichungsfrist endet am 17. September 2008)
    • Frohburg–Borna-Süd: Planfeststellungsverfahren eingeleitet (Einspruchfrist endete am 22. August 2007, Laufzeit mindestens 15 Monate, 10.–14. März 2008 Erörterung zu Einwänden)
    • Borna–A 38: Baubeginn frühestens 2011, Ein Antrag auf Planfeststellung erfolgt Ende 2008 und könnte Mitte 2010 im Planfeststellungsbeschluss enden.
    • A 38–Leipzig: Fertigstellung bis 2020, Autobahnamt Sachsen erstellte bereits die technische Planung welche im 3. Quartal 2008 ans Bundesverkehrsministerium geleitet werden soll.

    Mit Beschluss des Regierungspräsidiums Chemnitz vom 16. Mai 2007 wurde ein weiterer Bauabschnitt planfestgestellt. Damit herrscht nun Baurecht für den Planungsabschnitt 2 der A 72 Chemnitz–Leipzig. Der Abschnitt beginnt am bereits fertiggestellten Anschlusspunkt Niederfrohna und geht bis zur Anbindung an die B 175 in Rathendorf/Obergräfenhain. Für diesen Abschnitt sind mehrere neue Brückenbauwerke geplant.[1]

    Mit Beschluss des Regierungspräsidiums Leipzig vom 20. Februar 2008 wurde ein weiterer Bauabschnitt planfestgestellt. Damit herrscht nun Baurecht für den Planungsabschnitt 3.1 zwischen Rathendorf und Frohburg. Der Abschnitt beginnt am bereits im Bau befindlichen Anschlusspunkt Rathendorf an der B175 und endet vorerst provisorisch nördlich von Frohburg.

    [Bearbeiten] Weblinks

    Commons
     Commons: Bundesautobahn 72 – Bilder, Videos und Audiodateien

    [Bearbeiten] Einzelnachweise

    1. Pressemitteilung des RP Chemnitz vom 16. Mai 2007
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